Hamburger Meisterschaft
Von jjacky,
01.05.2008,
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Die Hamburger Meisterschaft wird dieses Jahr vom 15. bis 17. Mai stattfinden. Ich werde zum dritten Mal dabei sein. Es haben sich schon einige "Traditionen" entwickelt:
1. Die Taxe (Rake) ist sehr niedrig für ein Liveturnier. 50€ bei einem Buy-in von €1.000 + Rebuy + Add-on für insgesamt €1.700.
2. Es gibt für Teilnehmer Essen und Getränke kostenlos, ersteres ist sehr hochwertig (was nach meinen kulinarischen Erfahrungen in manchem anderen Casino keine Selbstverständlichkeit ist).
3. Der Turniermodus ist sehr "phantasievoll" gestaltet.
Den dritten Punkt kann man sowohl positiv als auch negativ sehen. Mir gefällt’s. Und so sieht der Modus aus: Zwei "Qualifikationstage", bei denen sich jeder vierte Teilnehmer für das Finale qualifiziert. An den Qualifikationstagen gibt es für €1.000 plus €50 3.000 Chips. Danach kann man ein Rebuy und ein Add-on für €300 bzw. €400 machen und bekommt weitere 3.000 bzw 5.000 Chips. Im Finale bekommt man 10.000 Chips plus ein Fünftel des Stacks, den man am Ende des Vortages gehalten hat. Dann wird ein ganz normales Freeze-out gespielt.
Alles klar? Schon mal so ein Turnier gespielt? Nein? Ich auch nicht!
Mir gefällt es, gelegentlich so einen ungewöhlichen Modus zu spielen. Abgesehen davon, dass ein bisschen Abwechslung Spaß macht, erhoffe ich mir einen Vorteil: Es wird sicherlich Spieler geben, die ihre Strategie nicht gut an das Format anpassen (können).
Die Knackpunkte sind folgende:
1. Rebuy und Add-on: Für das Buy-in bekommt man drei Chips pro Euro, für Rebuy und Add-on zehn bzw. 12,5 Chips. Deshalb ist es ein gewaltiger Fehler, die zusätzlichen €700 zu "sparen". Trotzdem wird es sicherlich den ein oder anderen geben, der auf Add-on und/oder Rebuy verzichten wird. Vor allem auch einige Satellite-Sieger, die nur die €1.050 für das eigentliche Buy-in bekommen und den Rest selbst zahlen müssen.
2. Die Bubble an Ende der Qualifikationstage. Das Wichtigste für die kleinen und mittleren Stacks wird sein, die Chance zu maximieren, weiterzukommen. Aber gerade für die Bigstacks bringt es einiges, noch möglichst viele Chips zu akkumulieren. Der Durchschnitt am Ende der Qualifikationstage wird 44.000 Chips betragen, die im Finale einen Wert von knapp 9.000 haben werden. Also fast so viel wie die 10.000, die jeder zusätzlich bekommt.
In den letzten beiden Jahren habe ich es nicht in die Preisränge geschafft, die Turnierstruktur stimmt mich diesmal aber optimistisch. Und wenn es nichts wird, kann ich immer noch lecker essen und Cashgame spielen.
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In meinem letzten Beitrag habe ich ja von meinem zweiten Platz im $150-Turnier berichtet. Die einzelnen Hände habe ich nur geschildert und nicht analysiert. Bei einer möchte ich dies nun nachholen:
Heads-up: Villain hatte einen Stack von 98.252 Chips, ich hatte ca. 800k. Blinds: 6k/12k, Ante: 1k. Villain pushte vom SB, ich hielt ![]()
(im letzten Eintrag hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen: dort war von ![]()
die Rede).
Im Turnier habe ich gecallt und gegen ![]()
verloren.
In manchen Kommentaren wurde stark bezweifelt, dass mein Call gut war. Nicht ganz zu Unrecht: Im Turnier schien mir die Entscheidung sehr, sehr knapp gewesen zu sein. Auch im Nachhinein bin ich mir nicht sicher, ob ein Fold nicht doch besser gewesen wäre. Deshalb habe ich die Hand durchgerechnet. Mit moderner Software ist es möglich, die optimale Spielweise für beide Spieler mit großer Genauigkeit zu bestimmen. Das Ergebnis: Mein Call war gaaaaaaaanz knapp und in Ordnung. Ein Fold wäre aber auch nur minimal schlechter gewesen. Einen schweren Fehler konnte ich also in keinem Fall machen.
Für die, die es ganz genau wissen möchten: SB sollte pushen mit 66,8 %, 22+ Kx+ Q2s+ Q3o+ J2s+ J7o+ T3s+ T7o+ 94s+ 97o+ 84s+ 86o+ 74s+ 76o 63s+ 65o 53s+ 43s. Dann sollte ich callen mit: 45.7 %, 22+ Kx+ Q3s+ Q7o+ J7s+ J9o+ T8s+ T9o 98s
Viele Leser werden sicherlich von diesen extrem loosen Empfehlungen überrascht sein. Der SB muss so viele Hände spielen, weil er zwei Chancen hat, zu gewinnen: Entweder er wird gecallt und gewinnt den Showdown oder der BB foldet. Sobald der BB die Range des SB kennt, kann er seine Chance, zu gewinnen, falls er callt, ausrechnen und mit den Potodds vergleichen.
Im Kopf kann man das Ganze natürlich nicht ausrechnen. Wenn man aber die Ergebnisse in ähnlichen Fällen kennt, kann man gute Schätzungen machen und entsprechend spielen.









