Leaving Las Vegas
Von davina darr,
09.07.2008,
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Ich habe die WSOP hinter mir gelassen und bin seit dem 30.6. zurück in „good ol´“ Germany. Vom 01. bis 06.07. habe ich auf der WestSpiel Poker Tour in Bremen gearbeitet und obwohl ich mich noch in einem Jetlag bedingten Dauerhalbschlaf befand, war dieses Event wieder sehr unterhaltsam.
Aber nun im Detail zu meinen Vegas-Erfahrungen. Ich habe diesmal nicht allzu viele Fotos, die ich euch zeigen kann, da ich die meiste Zeit damit beschäftigt war, Videoaufnahmen von den Cowboys (Billy und Baxter Bone) zu machen.
Am 09.06. kam ich aus Berlin (von der WestSpiel Poker Tour) zurück und verbrachte die Nacht ohne Schlaf im Intelli-Büro. Ich hatte ja keine Wohnung mehr, da ich vor Berlin ausgezogen war. Die Nacht verbrachte ich mit Arbeit und Filmgucken. Morgens um 6 Uhr ging dann mein Flieger nach Frankfurt und dann der nächste nach Las Vegas. Aber erst, nachdem ich drei Stunden auf den Abflug warten durfte. Ich hatte beim Warten eine nette alte Dame aus Las Vegas kennengelernt, der ich beim Tragen ihrer schweren Tasche zum anderen Gate half. Sie gab mir später sogar $20 dafür. Meine ersten verdienten Dollar! Zwischen den Wartenden am Flughafen waren unter anderem auch Trond Eidsvig und Claudio Pagano, Lucas Vater. Claudio erkannte mich (immerhin habe ich ihn ja schon in San Remo und in Monte Carlo gesehen) und wir sprachen kurz über Vegas und die Flugsituation.
Es ist unglaublich, wie zermürbend 11,5 Std. Flug sein können, vor allem nach einer dreistündigen Verspätung.
Ich glaube, ich hab zwei von drei Filmen gesehen und mit Musik in den Ohren geträumt. Geschlafen habe ich nur 2 bis 3 Stunden.
Ürsprünglich war geplant, dass die Cowboys mich vom Flughafen abholen sollten. Vor Abflug informierte ich Baxter und den Kollegen Daniel per SMS, dass ich drei Stunden später kommen würde. Aber als ich ankam, setzte sich mein Flugfluch fort und ich fand niemanden, der auf mich wartete. *schnüff*
Ich irrte etwas herum, tauschte eine paar Euro in Dollar und hoffte, dass die Cowboys gleich auftauchen würden. Als mir bewusst wurde, dass niemand kam, rief ich Baxter an und er erzählte mir, dass Daniel gesagt hätte, ich würde erst nachts kommen. Alles schiefgelaufen! Also Taxi nehmen.
Ich ging zur Tür nach draußen, um mal die Temperatur zu spüren und dachte, ich würde auf der Stelle in die Knie gehen. Der Pilot hatte im Flieger schon die 39 °C angesagt, aber bevor man diese trockene tödliche Wüstenhitze einmal gespürt hat, kann man sich nicht vorstellen, wie es sich anfühlt. Ich atmete durch die Nase ein und fühlte, wie sich meine Schleimhäute zu einem trockenen Knäul zusammenkräuselten. Im Laufe des Vegas-Aufenthaltes gewöhnte ich mich an die Hitze und sogar 44 °C waren zum Aushalten. Bei 48 °C ging es mir am letzten Tag allerdings nicht mehr so gut.
Vom Rollfeld aus kann man schon die verrückten Bauten der Las Vegas-Hotels sehen, ich fuhr dann etwas mit dem Taxi am Strip vorbei und war sprachlos. Seit ich elf Jahre alt bin oder so, wollte ich nach Vegas. Und nun war ich hier. Tagsüber ist natürlich alles etwas weniger spektakulär als nachts, aber trotzdem beeindruckend.
Anfang des Jahres war es eine meiner Hauptaufgaben gewesen, ein Haus für Las Vegas zu finden. Es waren dann aber doch zu viele Menschen und zu kleine Häuser und ich fand zwei Gebäude, die recht nah aneinander lagen und einen Vermieter hatten.
Ich hatte schon gehört, dass die Zimmerverteilung nicht so vorgefunden wurde, wie versprochen und dass es daher etwas an Platz mangelte. Ich war im „kleinen“ Haus mit PokerToday untergebracht. Ursprünglich sollte ich im großen leben, aber das passte alles nicht mehr.
Das Taxi brachte mich erst zum großen Haus und ich begrüßte meine Kollegen am anderen Ende der Welt. Daniel öffnete die Tür, Robin arbeitete wie immer fleißig am PC, die Cowboys und die Amigos (Jan Heitmann und George Danzer) saßen vor der Playstation und einige andere wuselten durch die Küche und im Garten herum. Ich war angekommen. Aber leider doch im falschen Haus. Später zog ich in das kleine um.
Ich war so motiviert, in die Stadt zu fahren und Poker zu spielen, aber mein Kollege Alex hatte dann doch recht, als er sagte, dass der Jetlag sich noch zeigen würde. Um Punkt 21 Uhr kam die Keule und ich musste wirklich kämpfen, noch bis 23 Uhr wach zu bleiben, um in den richtigen Rhythmus zu kommen. Aber es funktionierte.
Ich wachte morgens früh auf, sprang in den Pool und war glücklich, in Vegas zu sein. Der Jetlag war kaum spürbar über die nächsten Tage.
Meine Aufgaben hier in Vegas waren hauptsächlich Videoarbeiten mit den Cowboys für eine DVD im Royal-Flush-Magazin. Aber außerdem sollte ich den Redakteuren aushelfen und auch meinen normalen PR-Aufgaben nachgehen. In den ersten Tagen lagen noch keine Dreharbeiten an und so half ich Alex und Robin bei den Berichten über die Events im Rio. Das bedeutete aber auch, dass ich nur die Häuser und das Rio für drei Tage sah. Der Strip schimmerte in der Ferne und die Sehnsucht wuchs, mir Neon City genauer anzusehen. Aber auch das Rio hatte es in sich! Was für ein Gefühl, im Amazon Room zu stehen, das Rauschen (von Klackern kann man gar nicht mehr sprechen) der Chips im Saal zu hören und die Welt-Poker-Elite vor seinen Augen zu haben. Ich bekam meinen Media-Pass und bewegte mich durch die Gänge. Hauptmission: „Deutsche Spieler im Auge behalten“. Ich fand Johannes Strassmann, der mir zunickte, Jan Heitmann, der mir eine Kusshand zuwarf und sogar Humberto Brenes und Luca Pagano begrüßten mich freudig über die Tische mit freundlichen „How are you?“s. Schön war´s! Viele andere Blogger, Fotografen und Journalisten kannte ich auch und so war es ein großes Familiengefühl mit Umarmungen und Küsschen.
Während der nächsten Tage stellte ich fest, wie groß diese Veranstaltung wirklich ist. Mehrere Events jeden Tag mit mehreren tausenden Spielern. Robin und Alex machten einen Wahnsinnsjob, all dies im Blick zu haben und darüber zu berichten. Klaus war für die Fotos zuständig und erhielt nur hin und wieder Unterstützung.
Als ich ankam, lief die WSOP schon seit zwei Wochen und es sollten noch fünf weitere folgen.
Als die Dreharbeiten mit den Cowboys begannen, war ich nur noch selten Gast im Rio, aber ich hatte viele große Stars an den Tischen gesehen, im WSOP-Shop einkaufen und Daniel Negreanus neues Buch während einer Signierstunde erstehen können.
Mit den Cowboys ging es durch ganz Vegas! Wir filmten Hotels, Attraktionen und so gut es ging die Casinos. Auf diese Weise konnte ich sehr viel von Vegas sehen! Endlich! Leider schaffte ich es nicht, einmal rauszufahren, um den Grand Canyon zu besuchen. Muss ich halt nächstes Jahr nochmal versuchen.

Billy und Baxter Bone im Selbstporträt.
Gespielt habe ich nicht viel. Ich bin ziemlich am Anfang einmal mit Alex im O´Sheas gewesen, aber das Spiel dort war mir zu wild und alkoholdurchtränkt. Wenn man viel Geld hat und Spaß haben will, ist das vielleicht das Richtige, aber nichts für den kleinen Geldbeutel und Sinn nach vernünftigem Poker (siehe auch den Bericht der Cowboys über das O´Sheas: http://pioneer.intellipoker.de/index.php/2008/07/04/irish-you-were-beer/). Der „Poker Room“ ist fast auf dem Bürgersteig am Strip und daher kann das O´Sheas im wahrsten Sinne „Strip Poker“ anbieten … höhö.
Ich überredete Alex, der sich trotz allem prächtig amüsierte und es schaffte, sein Geld zu vermehren, mal ins Caesars Palace zu gucken. Da wollte ich eh schon immer mal hin. Hier sah das schon anders aus. Der Poker Room hier ist riesig und von den hohen Wänden schauen die Altmeister dieses Sportes von großen gerahmten Fotos auf die Spieler herab. Im großen Raum liefen gerade zwei Turniere und ich sah sogar ein paar bekannte Gesichter. Darunter ein Kollege vom holländischen Pokernews, den ich kurz begrüßte, und der Hamburger Magier Shahin, der mir in einer All-in-Situation am Tisch beiwohnte.
Das Spiel hier war auf einem Niveau weit, weit weit über meinem, aber ich wollte halt mal das Gefühl haben, so richtig gefordert zu sein. Das Ganze kostete mich $200 Lehrgeld. Aber ich habe gelernt und das war mir wichtig. Lustig war, dass mich ein Dealer auf meinen IntelliPoker-Sticker ansprach und fragte, was das sei, da er die Logos ständig bei PokerStars an den Tischen sehe. Ich hab mich gefreut und ihm die Aktion und die Seite erklärt.
Einmal war in mit Robin und seinem Bruder im Mandalay Bay zum Pokern. Dort findet man eine angenehme Mischung aus Urlaubern und erfahrenen Spielern. Aber auch hier habe ich Verlust gemacht.
Ein anderes Mal spielte ich im Golden Nugget. Hier findet man einen kleinen gemütlichen Poker Room, in dem man sich so richtig wohlfühlen kann. Da ich nicht mehr so die Motivation hatte, mich hier im Pokern beweisen zu müssen, setzte ich mich an den $2/$4-Limit-Tisch. Es war stinklangweilig, aber hier machte ich wenigstens Gewinn.
Die meisten Dollar steckte ich in Einarmige Banditen und hier holte ich auch am meisten Dollar wieder raus. Es deckte nicht ganz meine Pokerverluste, aber peppte meine Bankroll wenigstens wieder etwas auf. Ich mag Einarmige Banditen oder Slots. Ich weiß, das ist reines Glücksspiel … aber es macht mir halt Spaß.
Während der Zeit in Vegas war die deutsche Gemeinde natürlich sehr in Aufruhr. Wir verbrachten den einen oder anderen Morgen vor dem Fernseher im Haus, um die Deutschland-EM-Spiele live mitzuverfolgen.

Fußballgucken im "kleinen" Haus
Einmal war ich auch mit im Hofbräuhaus. Gemeinsam mit Michi Keiner und den Cowboys fuhren wir dorthin, um das Spiel Deutschland-Türkei zu sehen und die Atmosphäre zu filmen. Das Hofbräuhaus war gespickt von bekannten Gesichtern. Da saßen z. B. George Danzer, Jan Heitmann, Andreas Krause, Henrik Brockmann und und und … Außer dem Fußball haben natürlich auch die Bracelets für Freude gesorgt. Als Sebastian Ruthenberg seines gewann, saß ich nur zwei Meter entfernt und obwohl ich nicht richtig verstand, was genau auf dem Tisch passierte (keine Ahnung von 7 Card Stud), klatschte und jubelte ich mit den anderen Railbirds.
Luckbox heads-up mit Chris "Jesus" Ferguson
Zur Bracelet-Party sind wir dann zwar gegangen, aber ich war nicht drin. Wir standen draußen mit einer Gruppe von neun Deutschen, die mitfeiern wollten, aber der Club im Venetian war so voll, dass jeder, der herauskam, uns abriet, die Zeit zu verschwenden. Bandit kam raus und sagte „Da drin ist die Hölle!“, die Amigos kamen raus „Wir müssen noch arbeiten, aber das ist eh zu voll da drin!“ und eine völlig fremde Frau sagte „Don´t even bother! There are far too many people in there!“. Da ich ein Problem mit Menschenmengen habe, drehte sich bei dem Gedanken an einen überfüllten Saal, verbrauchter Luft und lauter Musik, die ich nicht mag, der Magen um. Ich überlegte kurz und beschloss, dass ich nicht in den Club gehen möchte. Billy sagte, ich soll den Amigos schnell hinterherlaufen, da diese ja zurück zum Haus fahren würden. Also rief ich Jan an und zum Glück waren sie noch im Parkhaus. Ich lief durch die nachgebauten venezianischen Gassen entlang den Kanälen und fand die beiden sofort im Auto. Zum Glück!
Im Haus angekommen merkte ich auch, dass es gut gewesen war, denn es ging meinem Magen gar nicht gut. Wir waren tagsüber bei der Rekordtemperatur von 48 °C in der Stadt und auf dem Stratosphere Tower gewesen und ich glaube, ich habe mir da einen Hitzschlag geholt. Am letzten Tag. So verbrachte ich meine letzte Nacht mit Übelkeit, Erbrechen und wenig Schlaf … ![]()
Am nächsten Tag (29.06.) verabschiedeten Daniel, die Cowboys und ich uns von allen anderen im Haus. Katja winkte uns nach, als Jan uns zum Flughafen fuhr.
Das EM-Finale bekamen wir nur halb im Liveticker mit und teilten Informationen mit den anderen Deutschen in der Schlange zum Check-in. Am Gate konnten wir den Rest des Spiels auf gammeligen Monitoren in einem Café sehen.
Den Flug verbrachten wir damit, die Filme anzusehen, zu schlafen und Chinese Poker zu spielen. Die haben mich alle abgezockt.
In Frankfurt war die Zwischenlandung (30.06.). Von hier aus ging es für die Cowboys nach München und für Daniel und mich nach Hamburg. Dies war mein 70. Flug!
Am Flughafen angekommen stellte ich fest, dass einer meiner Koffer nicht auf dem Band war. Es war ausgerechnet der, den ich mir mit Katja und Daniel geteilt hatte für Extragepäck. Katja hatte ihr Namensschild daran gehängt. Das war wohl der Fehler. Denn wie sie schon des Öfteren geschrieben und erzählt hat, gehen ihre Koffer grundsätzlich verloren. In meinen 69 Flügen zuvor war dies noch nie passiert. Ich meldete den Verlust am Flughafen und musste schon über die Tatsache lachen. Auch wenn ich einiges aus dem Koffer gut hätte gebrauchen können.
Ich nahm ein Taxi zum Intelli-Büro, packte ein paar Sachen um und nahm den Zug nach Bremen. Schlafen! Ich wachte um 7 Uhr morgens auf (01.07.), wie erwartet Jetlag-bedingt.
Da mein Make-up in dem verschollenen Koffer war, kaufte ich erstmal neues … €66. Ich ordnete mich etwas und begrüßte um 15 Uhr meine Kollegen Larissa und Norman.
Wie es in Bremen war, könnt ihr ja in den Berichten und im Video über die WestSpiel Poker Tour erfahren.
Die letzte Nacht machten wir alle praktisch durch und arbeiteten an Artikeln und Videos. Sonntag (06.07.) fuhren wir dann ins Büro, arbeiteten noch etwas weiter und um 16 Uhr fuhr ich in meine alte Übergangs-WG, um sie weiterhin meine Übergans-WG zu nennen.
Ich schlief 14 Stunden.
Nun hatte ich endlich zwei Tage frei. Als ich aufwachte, war ich frisch und um einiges klarer als die gesamten letzten vier Wochen über. Die freien Tage nutzte ich zum Onlinepokern (was in Vegas auch zu kurz gekommen war), Einräumen meines Schrankes, Wäsche waschen, Rumgammeln und leider auch zu etwas Arbeit.
Seit heute bin ich wieder im Büro und ordne alles, was in den letzten vier Wochen so angefallen ist. Wahnsinn! Ich bin wieder hier. Das Leben geht weiter.
Jetzt ist erst mal etwas Ruhe bis zum nächsten WestSpiel-Poker-Tour-Event in Dortmund und Barcelona danach.
So long
Christin

Welcome to the Fabulous Hansestadt Bremen!









