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Monster unter’m Bett

Von jjacky, 30.09.2008, 4185 Aufrufe, 72 Kommentare | Kommentar hinzufügen

Viele Kinder vermuten, spätestens wenn das Licht ausgeschaltet wird, ein Monster unter dem Bett. Mit der Zeit lernen die meisten Menschen hinzu und halten das Schlafzimmer für einen weitgehend sicheren Ort. Dieses neue Wissen zahlt sich aus. Es lässt einen nicht nur ruhiger schlafen, sondern hilft auch am Pokertisch weiter. Hält man dort eine sehr starke Hand, z. B. auf einem -Board, liegt man fast immer vorn. Selbst wenn ein Gegner kräftig erhöht oder all-in geht. Manchmal ist man natürlich geschlagen, meistens ist aber eben kein "Monster unter’m Bett". Spielt man allerdings Omaha, muss man umdenken. Ein Beispiel:

6-handed. Ich bin auf dem Button mit und einem 92-BB-Stack. UTG erhöht Potsize (3,5 BB), UTG + 1 (20-BB-Stack) macht einen Potsized-Reraise auf 12 BB. An dieser Stelle kann ich einen Großteil meiner Chips mit all-in bringen. Das ist eine gute Sache. Also Potsized-Rereraise auf 41 BB! Der Big Blind (Shortstack mit 45 BB) coldcallt. Der Bigstack geht UTG all-in und der Shortstack geht all-in. Ich calle natürlich ebenfalls.
Vier Spieler sind also all-in und ich habe ! Beim Hold’em würde ich jetzt schon mal den Sekt kaltstellen. Aber beim Omaha?!? Das Schlimmste was passieren kann ist, dass der Bigstack ebenfalls hält und die anderen beiden Connectors (Rundowns), die hervorragene Chancen haben, zu gewinnen. Weil es sich ja wie erwähnt um Omaha handelt, tritt natürlich das Worst-Case-Szenario ein. Der Bigstack hat und die Shortstacks haben (mit dieser Hand hat der Big Blind einen Rereraise gecallt!) und . Autsch! Meine Equity mit den "Nuts" liegt an dieser Stelle bei hervorragenden 12,4 %. That’s Omaha poker.

Meine "Winrate" ist Dank solcher Hände schon recht ansehnlich. Da stört eigentlich nur noch das Minuszeichen vor selbiger …  Als Hold’em-Spieler gibt es viele Fallen, in die ich auch das eine oder andere mal getappt bin. Der Fehler besteht oft darin, eine Hand zu überschätzen und dann gegen Nuts broke zu gehen. Aber ich arbeite daran, das abzustellen.

In meinem letzten Beitrag  habe ich ja einige Bücher zum Thema Omaha vorgestellt. Die Liste war recht kurz, aber anscheinend trotzdem ziemlich vollständig. Jedenfalls hat niemand in den Kommentaren ein weiteres PLO-Buch erwähnt. Von Nixxon81 wurde "High-Low-Split Poker for Advanced Players" von Ray Zee empfohlen. Dieses habe ich bisher nur teilweise gelesen, kann mich aber vollkommen anschließen: Mit gefällt es auch gut und es macht einen sehr fundierten Eindruck. Es geht allerdings dabei um Limit Omaha High Low und Stud High Low. Wer H.O.R.S.E. oder ähnliches lernen möchte, kommt um das Buch wahrscheinlich nicht herum. Meine Kritik an dem Buch von Slotboom wurde von der Mehrheit der Leser geteilt, manchen hat es aber auch gefallen. Wenn ich die aus meiner Sicht wichtigeren Sachen durchgelesen habe, gebe ich Slotboom vielleicht nochmal eine Chance.


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