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Auf ein neues Jahr! (Teil 3/3)

Von davina darr, 07.01.2009, 3397 Aufrufe, 70 Kommentare | Kommentar hinzufügen

Willkommen zum dritten und letzten Teil meines Jahresrückblicks und der Hoffnungen für und Aussichten auf 2009. 
Zum Nachlesen findet ihr hier:
Teil 1 und
Teil 2

März (Hamburg, Dublin, San Remo)

Es ging weiter wie gehabt: Arbeiten, arbeiten, arbeiten. Und ich war so glücklich dabei. Es war einfach wunderbar, endlich beruflich mit Poker zu tun zu haben. Allerdings vernachlässigte ich alles andere, während ich versuchte, meinen Job zu verstehen. Ich hatte in Hamburg keine Freunde und auch mit meinen geschätzten Kollegen unternahm ich nichts. Dies lag natürlich hauptsächlich daran, dass ich so viel arbeitete, aber auch daran, dass kaum einer meiner Kollegen dieselben Interessen wie ich hatte. Selbst das Pokern stand im Weg. Ich konnte mir das Spielen im Casino mit den einen nicht leisten und die anderen hatten keine Lust auf Spielgeld-Pokern z.B. im Ace-Club. Also konzentrierte ich mich weiter auf Arbeit und mein Onlinespiel. Über ein verlängertes Wochenende flog ich gemeinsam mit meinem Bruder nach Dublin. Ich hatte noch ein paar Dinge zu erledigen und wollte meinem Bruder die Stadt zeigen, in der ich über ein Jahr lang gelebt hatte.
Außerdem beschloss ich, etwas mit meinem Äußeren zu tun. Ich war nun eine PR-Assistentin. Also suchte ich eine Styling-Beraterin auf. Die langen, völlig verfärbten dunklen Haare sollten ab, aber zuerst musste bessere Kleidung her. Somit ging es ordentlich zum Shoppen. Ich hatte kaum Klamotten, da ich die letzten Jahre aus dem Koffer gelebt hatte, und so konnte ich alles von null kaufen.
Am 23. März hatte ich Geburtstag und feierte im Casino Esplanade. Es sollte mein erster NL-Cashgame-Abend mit Euros werden. Total erfolglos, da ich mich von den alten Hasen an den Tischen überrennen ließ. Marten Jensen saß mit dabei und gab mir im Anschluss Rüffel für die vielen verschenkten Pots. Ich stand auf mit einem Verlust von 80€ und ging mit Marten und Nils peekon Cocktails trinken.

Nur ein paar Tage später stand mein erster Einsatz als Redakteurin auf einem EPT-Event an. San Remo in Italien sollte es sein. Reisen ist mir unglaublich wichtig und ein Teil meines Lebens, der mich am Laufen hält.
Ein absoluter Traum ist es natürlich, zu reisen und Poker-Events erleben zu dürfen. Außerdem schreibe ich seit fast vier Jahren Reiseblogs und bin geübte Fotografin. Es sollte ein leichtes sein, eine gute Redakteursarbeit abzuliefern.
Trotzdem war ich superaufgeregt, weil ich alles richtig machen wollte. Mein Erlebnis habe ich auch in einem Blog zusammengefasst. Ihr könnt diesen hier nachlesen.

April (Hamburg, Monte Carlo)

Kaum aus San Remo zurück, arbeitete ich die Woche im Büro durch, ohne einen Tag frei zu haben. Dann ging der Flieger schon wieder nach Nizza. Ich durfte mit in Monte Carlo arbeiten. Wieder tat ich alles, schnell und gut zu erlernen wie Robin und Klaus arbeiteten. Die beiden sind ein lang eingespieltes Team und es war schwer, die nötigen Informationen und Anweisungen zu bekommen, um alles richtig zu machen. Aber natürlich war es ein Wahnsinnserlebnis.
Wie auch in San Remo waren unglaublich viele bekannte Spieler hier und ich fühlte mich wohler als in Dortmund, wo ich den Großteil der deutschen Spieler nicht gekannt hatte, aber irgendwie hätte kennen müssen. Ich konnte in Monte Carlo im Presseturnier mit Daniel Negreanu am Tisch sitzen und er warf mich sogar raus. Es war überhaupt mal klasse, den großen Stars der Pokerszene so nah zu kommen (rechts zum Beispiel Gus Hansen).
Jedoch zwang mich dieses Event in Monaco am vorletzten Tag in die Knie. Ich war am Ende mit meinen Kräften. Zwei EPT-Events innerhalb von drei Wochen zu covern, ohne einen Tag frei zu haben, war einfach zu viel. Körperlich als auch nervlich.
Hier
findet ihr meinen ausführlichen Blog-Artikel über dieses Erlebnis.
Mein Fazit war, dass ich auf jeden Fall wieder die EPT und andere Event als Redakteurin begleiten wollte, aber nie wieder zwei so schnell aufeinanderfolgende bzw. nur mit mehr Zeit zum Erholen dazwischen.

Mai (Hamburg, Bad Oeynhausen)

Die nächsten Monate sollten bestimmt sein von der WestSpiel Poker Tour.
Das erste Event fand im Mai in Bad Oeynhausen statt. Hier war ich wieder als Moderatorin vor der Kamera und kümmerte mich um meine PR-Tätigkeiten.


Begrüßung der Spieler gemeinsam mit Casinoleiter Conrad Schulze und dem bekannten Turnierdirektor Thomas Kremser


Ich in einer unserer Moderationskulissen

Ich kümmerte mich um die Präsenz von IntelliPoker, betüddelte die Onlinequalifikanten (stellte die Turniere dafür im Vorfeld ein), half Robin bei der Berichterstattung, machte die Videoaufnahmen mit Norman für die Sendungen bei PokerToday und, und, und … eine Menge Arbeit.
Aber da ich mich schon immer sehr gern in Casinos aufhalte und ich mit großen Vergnügen Pokerturniere beobachte und IntelliPoker vertrete, hatte ich viel Spaß.

Ende Mai war es dann soweit und die Haare kamen ab. Mit einer Stylingberatung kam ein heller gefärbter Kurzhaarschnitt dabei raus. (siehe rechts)

Juni (Hamburg, Berlin, Las Vegas)

Anfang Juni ging es zum zweiten Standort der WPT, und zwar nach Berlin. Diesmal war Robin nicht dabei, da er schon in Las Vegas weilte. Die Berichterstattung übernahm ich mit und ließ alles von Robin korrekturlesen. Im Verlauf dieses Events beschlossen wir, dass ich die Berichterstattung komplett übernehmen könnte. Als Hilfe dafür hatte ich in Berlin zum ersten Mal Larissa mit dabei. Sie war noch mitten im Abiturstress, half aber schon mal aus, um dann ebenso bei IntelliPoker einzusteigen. Norman war wieder mit dabei und wir machten die Videoaufnahmen für PokerToday-Sendungen.
In Berlin fielen schon mehr PR-Tätigkeiten an und ich musste in einige Meetings und sogar einen Promo-Fotoshoot für das Casino-News-Magazin mitmachen.
Ich war froh, dass ich Larissa als Hilfe dabei hatte, denn mit der Video- und schriftlichen Berichterstattung zusätzlich zu den PR-Sachen hatte ich nun wirklich einiges um die Ohren.
Berlin bedeutete für mich, dass ich aus meiner WG ausgezogen war. Am 9. Juni ging es zurück nach Hamburg, ich machte die Nacht durch und flog morgens nach Las Vegas.
Ein weiterer Traum, der in Erfüllung ging.
In Vegas war es meine Hauptaufgabe, als Kamerafrau mit den Cowboys Billy und Baxter Bone durch Vegas zu ziehen und den Inhalt für eine "Royal Flush"-DVD zu produzieren. Dies war die beste Möglichkeit, Vegas von allen Seiten kennenzulernen.
Hin und wieder arbeitete ich auch redaktionell mit. Einen kleinen Gastauftritt hatte ich auf der DVD auch, und zwar als "bezaubernde Jeannie" beim Sahara Hotel & Casino (siehe rechts).
Zum Pokern kam ich kaum. Aber allein das Erlebnis, in Las Vegas zu sein, war großartig! Detailliert könnt ihr alles in meinem Blog von damals nachlesen.
Am 29.6. flog ich für die WPT Bremen zurück nach Deutschland. Aber fast drei Wochen waren ein guter Anfang für ein Spielkind wie mich. Las Vegas hat mich nicht zum letzten Mal gesehen.
Am 30.6. kam ich dann in Hamburg an und reiste direkt weiter nach Bremen. Dort angekommen gab es erst mal nur eines: SCHLAFEN!

Juli (Bremen, Hamburg)

WPT Bremen war schön. Auch wenn mir immer noch Bilder aus der Glitzerstadt im Kopf herumspukten. In Bremen musste ich in immer mehr Meetings, die mich einige Stunden aus dem Turniergeschehen rissen. Ich musste mit vielen wichtigen Casino-Menschen über die Zusammenarbeit sprechen und dies zog sich sowohl abends als (leider) auch morgens sehr in die Länge. Der restliche Juli lief relativ ereignislos. Bis auf mein Anbändeln mit einem jungen Mann namens Dave, der mir sehr schnell sehr stark ans Herz wuchs.

August (Hamburg, Dortmund)

Und tatsächlich bestätigte sich mein gutes Gefühl im August und ich war offiziell nicht mehr Single. (Also hatten der Herzeroberungsthread und die Valentinsaktion am Ende indirekt doch was gebracht … )
Ende des Monats fand dann die WPT-Vorrunde in Dortmund statt und so war ich wieder in dem Casino, wo für mich im Januar alles begonnen hatte. Seltsames Gefühl …

September (Hamburg, Erfurt)

Im September lag die weiteste Fahrt zu einem WPT-Standort nach Erfurt an. Larissa war mitlerweile fest im Team und bei den Events mit dabei. Seit Dortmund hatte allerdings PokerToday die Videoproduktion übernommen. Somit war etwas Last von meinen Schultern genommen.
Im Büro gab es eine neue Herausforderung. Jan 50outs war wieder in Wettlaune. Es ging wieder um das Abnehmen. Ich schloss mich freudig mit an, die Pfunde purzeln zu lassen. 2009 wird in Vegas abgerechnet. Es geht darum, wer prozentual mehr Gewicht verliert. Ich nahm diese Wette sowohl mit Jan als auch mit Baxter Bone an.
Des Weiteren musste ich die Wette, den Alsterlauf (einmal um den See namens Alster in Hamburg umrunden + ein kleines Stück = 10 km) in 55 Minuten zu bewältigen, verschieben. Jan hatte auch hier mit mir gewettet, dass ich dies nicht schaffen würde. Aus mehreren Gründen konnte ich den Lauf nicht antreten und so verschob ich die Wetteinlösung auf Januar 2009. (Anm.: Ich musste die Wette als ganz verloren abbrechen, da ich wegen chronischer Erkältung erst gar nicht trainieren konnte … Jetzt werde ich Strafdienst in Form von Extrastunden Arbeit verrichten müssen …)

Oktober (Hamburg, Duisburg)

Kurz darauf fuhren wir schon nach Duisburg. Mittlerweile kannten wir schon viele der Gesichter vor Ort. Nicht nur WestSpiel-Mitarbeiter und Dealer liefen uns immer wieder über den Weg, sondern auch viele Spieler hatten wir nun schon mehrere Male gesehen. An jedem Standort gab es also ein großes Hallo und hier einen Schnack und da ein Pläuschchen. Die WPT war mir sehr ans Herz gewachsen durch die familiäre Atmosphäre dort.

In Sachen Poker lief es auch runder bei mir. Online gewann ich immer mehr Turniere und SnGs und nach ungefähr eineinhalb Jahren Pokern hatte ich nun Gewinnmonate erreicht. Live konnte ich allerdings immer noch kaum Erfahrung sammeln.

November (Hamburg, Aachen, Freiburg)

Und nun lagen auch Fahrten nach Freiburg zu meinem Freund an. Sechs Stunden einmal der Länge nach durch Deutschland. So hatte ich noch mehr Reisen auf meinem Terminkalender. Und das ist auch gut so.
Im November ging es außerdem nach Aachen, dem letzten Standort der WestSpiel Poker Tour 2008. Auch hier sah ich wieder viele bekannte Gesichter.

Dezember (Hamburg, Dortmund, Freiburg)

Ein wilder Dezember sollte mich erwarten. Es ging zum Finale der WPT nach Dortumund (wieder an meinem "Wallfahrtsort"), wo ich eine heftige Erkältung mit mir rumschleppte.

Am 22. zurück nach Hamburg, am 23. ins Büro und Wohnungsübergabe! Ich hatte endlich eine eigene Wohnung gefunden, in die ich am 1.1. einziehen konnte. Vorerst zur Untermiete und begrenzt auf ein Jahr, aber WAS für ein Gefühl! Endlich hatte ich einen Ort gefunden, zu dem ich zurückkehren konnte – meine kleine Welt, die ich mir ganz nach meinen Wünschen einrichten konnte. Am 24. Dezember fuhr ich jedoch erst mal nach Freiburg zu meinem Schatz, verbrachte dort Weihnachten und Silvester. Neujahr fuhr ich mit dem Zug nach Hannover zu meinem Vater. Der fuhr dann am 2.1. mit dem Auto mit mir nach Hamburg und wir machten den Umzug. Das Problem war nicht, meine Sachen aus der WG zu holen und zu transportieren (so viel war es ja nicht), sondern es ging unglaublich viel Zeit dafür drauf, neue Möbel und alles, was man so für eine Wohnung braucht, zu beschaffen. Ich hatte ja, wie gesagt, die letzten drei Jahre praktisch als Backpacker gelebt und hatte kein einziges Möbelstück, Geschirr oder ähnliches. Wir verbrachten satte fünf Stunden bei IKEA, um mich mit allem einzudecken. Ich hatte schon Mitte des Jahres ein Darlehen aufgenommen, damit ich alles bezahlen kann, wenn der Tag der eigenen Wohnung gekommen ist. Der Spaß war dann, alles in die Wohnung zu schleppen und aufzubauen. Ich habe jetzt noch wunde Knie und blaue Flecken.
Aber es sieht vielversprechend aus. Noch ein paar Feinschliffe hier und da, und ich werde ein wirklich schönes eigenes Heim haben.

Als Anekdoten am Rande:
– Als ich mit meinem Dad zu McDonald´s ging, bin ich tatsächlich erkannt worden. Völlig kaputt von dem anstrengenden Tag, sprach mich einer der McD-Kassierer an, dass er auch ein Intelli-Mitglied sei. Mein Papa war ganz stolz. Und ich dachte, man erkennt mich nur in lokalen Pokerklubs … ha ha
– Außerdem ist noch zu erwähnen, dass ich mir im Vorfeld einen Pokertisch bei AniMazing bestellt hatte und dies somit das erste Möbelstück war, das ich besessen habe, hi hi … Es handelt sich hierbei um einen kleinen Holztisch, der mit einer Platte abdeckbar als ganz normaler Tisch fungiert.

Das neue Jahr bedeutet für mich also viel Neues. Seit 2005 wieder in einer eigenen Wohnung leben, nach fünf Jahren wieder in einer Beziehung zu sein, hoffentlich weiterhin ein Winning Player im Poker zu sein (ich habe einige kleinere Turniere und größere SnGs gewinnen können und freunde mich immer mehr mit Cashgames an … ich starte das Jahr als SilverStar … whoohoo! lol), genau so viel Freude an meinem Job zu haben, viel zu reisen … und nicht zu vergessen: Ich werde dieses Jahr 30 Jahre alt. Wahnsinn! So alt bin ich schon?!

2008 hat eigentlich alles für mich gebracht, was ich mir gewünscht habe. Ich bin, wo ich sein möchte und ich bin nicht mehr allein! Ich hoffe, 2009 wird genau so gut zu mir sein …

Zum Abschluss bleibt mir nur, Ich & Ich zu zitieren: "So wie es ist, so soll es bleiben! So hab ich es mir gewünscht! Alles passt perfekt zusammen, weil einfach alles stimmt…"

Bis denn dann!

Christin

P.S.: Danke für eure netten Kommentare. Ich werde versuchen, öfter zu bloggen. Ein paar Themen hab ich noch auf Lager … Und bald kommen hoffentlich auch mehr Reisen und mehr Pokererfolge, über die ich berichten kann …

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