Card Room Crawl – Las Vegas 2009 – Teil 2
Von davina darr,
30.06.2009,
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Hier nun Teil 2 meiner Reihe "Card Room Crawl – Las Vegas 2009".
Teil 1 findet ihr hier.
14/06/2009
Ich wachte um 8 Uhr auf und war dankbar für eine Nacht voll Schlaf und scheinbar keinem Jetlag. Das Internet im Sahara kostet auch für Gäste $12,99, was ich wirklich unverschämt finde. Ich loggte mich ein und checkte E-Mails. Ich beschloss aber auch, die Blogs erst zu schreiben, wenn ich wieder zuhause bin.
Aber hier kostet eh alles was. Las Vegas oder Amerika im Allgemeinen weiß, wie man möglichst viel Geld aus Einwohnern und Besuchern quetscht. Alles kostet etwas … und wenn es nichts kostet, dann muss man zumindest einen Dollar Trinkgeld geben. Die Putzfrauen machen das Bett nicht, wenn kein Dollar auf dem Kopfkissen liegt, das Taxi fährt nicht zu dir, solange der Typ vom Hotel es nicht heranpfeift und dafür einen Dollar erwartet. Jeder Shop, jede Kasse hat einen kleinen Pott daneben, in den man Kleingeld für die Angestellten reintun kann. Grund genug, die kostenlosen Angebote des Hotels zu nutzen. Ich suchte den Fitnessraum auf und beschloss, morgen an den Pool zu gehen.
Um 11 Uhr spielte ich das $45-Turnier im Sahara. Es gibt außerdem einen Add-on oder Rebuy, wie auch immer, für $20. Da den eh jeder macht, ist es also ein $65-Turnier. Alles lief gut, bis der Glückspilz am Tisch aufdrehte und alle zerstörte. Er knackte dreimal Asse und schmiss auch mich raus, als er mein All-in mit Assen mit ![]()
callte und Two Pair traf. Unfassbar. Gefrustet ging ich zum $1-Blackjack. Nach kurzer Zeit war im Turnier Pause und besagter Glückspilz gesellte sich zu mir an den Blackjack-Tisch. Er setzte $100 Dollar und sagte „Für eine Hand …“. Nach zehn Minuten ging er mit $700 zurück zum Pokerturnier, das er ganz nebenbei gewann. Sowas hatte ich noch nie erlebt. Mir blieb das Glück leider weiterhin verwehrt.
Ich beschloss, mir eine Challenge aufzuerlegen, die nichts mit Poker zu tun hatte. Ich wollte den Bus zum Rio nehmen. Mit Taxi würde jegliche Bewegung weg vom Sahara auf Dauer teuer werden. Die Bushaltestelle ist am Strip und ich schaute nach Informationen über die Routen, aber ich fand nichts. Kein Schild, kein Zeichen, kein Zeitplan. Der Bus kam allerdings schnell und ich stieg ein. Beim Einsteigen hörte ich eine Durchsage, dass es 3-Tages-Tickets für $15 gäbe. Ein 1-Tages-Ticket kostet $7. Das Geld muss passend in Scheinen in einen Automaten beim Busfahrer geschoben werden. Ich ließ andere Fahrer vor, während ich versuchte, die $15 passend zusammenzukramen. Als ich zur Busfahrerin ging und sagte „Ein 3-Tages-Ticket bitte!“, patzte sie mich an „Tagesticket $7!“. „Ja, ich weiß,“ sagte ich „aber ich hätte gern ein 3-Tages-Ticket!“. „$7 Tagesticket!“ … So ging das ein Weilchen hin und her … Sie wurde immer unfreundlicher und ich immer zickiger. Irgendwann kam sie endlich mit der Information hinterm Berge her, dass man besagte 3-Tages-Tickets nur an Automaten kaufen kann und nicht im Bus. „Danke! Das wollte ich wissen!“. Zum Glück hatte ich vorher die Information aufgeschnappt, dass ich zum Rio beim Caesars umsteigen musste. Die Fahrt dauerte ewig und der Doppeldecker-Bus war rappelvoll. Ständig hielt der Bus und unzählige Menschen strömten rein und raus.
Am Caesars stieg ich aus und suchte nach der anderen Bushaltestelle. Nichts zu machen. Eben war ich in der Buslinie Deuces gewesen und jetzt sollte ich umsteigen in die Linie Flamingo. Ich fand sie nicht und rief mir völlig genervt ein Taxi.
Im Rio angekommen begrüßte ich Hanno und die Jungs von PokerToday. Ich blieb nicht allzu lang und nahm ein Taxi zum Excalibur.
Das Excalibur
Hier stehen elektronische Tische und um 18 Uhr gab es ein Turnier für $60. Das wollte ich mir ansehen. In der Burg angekommen, zückte ich meine Player’s Card der MGM-Gruppe und ließ mir Geld darauf laden. Außerdem bezahlte ich mein Buy-in für das Turnier und nahm an einer Erklärung der elektronischen Tische teil. Es ist schon eine witzige Idee, sich die Dealer zu sparen. Lediglich zwei Casinoangestellte regeln die Geldangelegenheiten und eine Dame betreut die technische Seite an den Tischen. Vor sich findet jeder Spieler einen Touchscreen und in der Mitte ist ein weiterer Monitor befestigt, auf dem man die Betsizes, den Pot und das Board sieht. Die Karten werden verdeckt ausgeteilt. Will man sich seine Holecards ansehen, muss man über diesen auf den Bildschirm drücken. Dabei natürlich nicht vergessen, die Sicht darauf abzuschirmen. So bekommt das Ganze fast etwas Realistisches. Während ich also da sitze und mit ein paar anderen Spielern lerne, diese Technik zu benutzen, höre ich plötzlich eine Londoner Stimme, die mir sehr bekannt vorkommt. Ich zweifel noch einen Moment, doch als die Person sich an den Tisch setzt und der Name auf dem Bildschirm erscheint, herrscht Gewissheit: Ashley Hames, ein britischer TV-Moderator, Buchautor und Poker-Kommentator. Was für ein Zufall. Ich spreche ihn an und erzähle, dass ich ihm schon so oft zugehört habe und bisher nur seine Stimme kannte. Wir kommen ins Gespräch, trinken ein paar Wodka-Cranberry und stellen fest, dass wir im Turnier nebeneinander gelost worden sind. Es wurde eine lustige Runde, aber Ashley donkte sich ziemlich schnell raus. Als Moderator ist er besser als als Pokerspieler. Ich allerdings trumpfte innerhalb kurzer Zeit zum Chipleader auf. Das Turnier bestand nur aus zwei Tischen und wie ich im Verlauf erfuhr, konnte man auch ein Rebuy tätigen. Dies taten einige Spieler und polsterten den Preispool damit nett auf. Der Final Table war gefunden und ich weiterhin Chipleader. Als wir noch zu viert waren, sprachen wir über einen Chop. Mittlerweile waren die Chipstände alle ziemlich gleich. Ich hatte nur leichten Vorsprung. Wir einigten uns, gleichmäßig zu teilen und ich war offiziell Siegerin. Jeder bekam $297 und meine Bankroll war wieder bei $1.444. War der Bann gebrochen?!
In der Zwischenzeit war Hanno hinzugestoßen. Er übernachtete im Excalibur und war also zuhause. Wir spielten etwas Omaha Hi/Lo und ich verballerte mit einem verpassten Nut-Low-Draw $50. Das Schöne an diesen Tischen ist, dass man sich wünschen kann, was man will, solang man nur drei Leute zusammenbekommt, die mitspielen.
Mit dieser Erfahrung bereichert, gingen Hanno und ich ins Tropicana zum Blackjack-Spielen. Das Tropicana in Vegas ist ganz anders als das Tropicana in Atlantic City und hat bei weitem nicht so einen Wohlfühlcharakter. Trotzdem ist es ein sehr interessantes Casino mit Geschichte.
Der Abend war noch sehr lustig und ich ging etwas angetrunken und selig zu Bett.
15/06/2009
Heute nutzte ich mal die Poolanlage im Sahara. Als eine der ersten hatte ich freie Liegenwahl. Mit Sonnencreme Lichtschutzfaktor 30 eingeölt schwang ich mich ins äußerst kühle Nass. Einsam zog ich meine Bahnen und nur eine einsame Kakerlake kreuzte meinen Weg. Nach dieser Erfrischung noch etwas in der Sonne aalen … hach … schön! ![]()
Um 12 Uhr fand ich mich im Venetian ein. Ich wollte das Deepstack-Turnier für $340 mitspielen, um mit dem Cash das WSOP-Event zu finanzieren. Ja, ich ging sehr blauäugig daran … 800 Leute galt es zu schlagen und der erste Platz bedeutete satte $65.000.
An sich spielte ich solide, bis ich nach der Pause doch im Push-or-Fold-Modus war. Ich stellte auf dem Button mit ![]()
rein und wurde vom Big Blind mit ![]()
gecallt. Na super! Das war es dann für mich. Frustriert und enttäuscht wandelte ich planlos in der gegenüberliegenden Fashion Mall rum, kaufte nix und nahm dann ein Taxi zum Rio.
Ich setzte mich etwas zu PokerToday und machte mimimimi, dann traf ich meinen Journalistenfreund Chris und wir aßen erst mal lecker Indisch bei Gaylord (ja, das Restaurant heißt wirklich so).
Ich merkte, dass ich völlig durch den Wind war. Wahrscheinlich eine Mischung aus Klimawechsel, Jetlag, Enttäuschung und Unterernährung. Ich verabschiedete mich von Chris und fuhr zurück ins Sahara.
Um 20 Uhr lag ich im Bett und schlief tief und fest.
16/06/2009
12 Stunden später wachte ich auf. Ups, das hatte ich wohl gebraucht. Im Hotel nutzte ich den Free-Pull, ein Angebot des Hotels für Club-Sahara-Mitglieder. Jeden Tag darf man an einem speziellen Automaten drücken und kann Boni gewinnen. Dies wurde zu meiner täglichen Routine.
Grundsätzlich empfehle ich hier, sich in den Hotels immer am Promotions-Booth zu informieren und sich die Karten ausstellen zu lassen (Achtung! Ihr braucht den Reisepass als ID … Perso zählt bei denen nicht). Viele Casinos gehören zu Gruppen und man braucht also nicht jedes Mal eine neue. Die Karten verwendet man für alles, was man spielt: Slots, Blackjack, Roulette und meist auch Poker. Man sammelt Punkte und erhält dafür Comps. Die Comps können die Form von Essensgutscheinen, Geschenkartikeln oder sogar kostenlosen Übernachtungen vorkommen. Ich hab mal ein Foto von meiner Sammlung gemacht:
… Und da sind viele aus Atlantic City nicht mal dabei und es fehlen noch viele andere … Besonders stolz bin ich auf den Rockstar Club! Jahrelang habe ich Musik gemacht und nie hat es geklappt … aber jetzt … haha … bin ich im Rockstar Club. Aber auch dazu später mehr.
Meine Challenge für heute lautete: Aus $200 wollte ich $2.000 machen.
Ich nahm diesmal die Monorail, eine Schienenbahn, die direkt hinter dem Sahara startet, hinter den Casinos entlang bis hoch zum MGM fährt und Stops an allerlei Casinos auf dem Weg macht. Am MGM angekommen kann man über die Straße gehen und in eine weitere Monorail umsteigen, die das Excalibur, Luxor und Mandalay Bay miteinander verbindet.
Eine Tageskarte machte Sinn. Mit $13 ist diese nicht gerade günstig, aber immer noch besser, als alle Fahrten mit dem Taxi zurückzulegen.
Hier ein Video mit Eindrücken meiner Ankunft mit dem Shuttlebus über den Strip und der Monorail-Fahrt hinter dem Strip zum MGM.
Im MGM ärgerte ich mich etwas. Der Weg von der Monorail Station durch das Casino war ziemlich beschwerlich. Entlang einiger Shops und dem Food Court mit schlechter Ausschilderung ist es nicht für jeden einfach, zum Pokerraum zu finden, und man legt eine ziemliche Strecke zurück. Zum Glück wusste ich noch, dass der Pokerraum neben dem Löwengehege ist und folgte einfach den Schildern zum „Lion Habitat“. Und wie richtig in Erinnerung, befindet sich direkt neben diesem das „Poker Habitat“. Zuschauer, die von den Löwen gelangweilt sind, können sich hier getrost aber ohne schützende Glaswand die Haie beim Spielen angucken. Und heute, ja heute, war ich ein Hai! Ich zückte meine MGM-Karte am $1/$2-Tisch und wunderte mich, warum der Dealer mich im Spielverlauf mit Namen ansprach. Auf einem kleinen Monitor vor ihm konnte er sehen, wer da so alles am Tisch sitzt. Club-Mitglieder werden natürlich mit Namen angezeigt. Die gesamte Atmosphäre im Pokerraum ist klasse! Der Raum ist hervorragend ausgeleuchtet, hat ca. 20 Tische mit allerlei Partien, Stühle und Tische sind von hoher Qualiät. Innerhalb von 90 Minuten hatte ich $205 Gewinn gemacht und stand auf. Um 14 Uhr sollte ein $60-Turnier im Tropicana stattfinden. Zeit, sich das mal anzugucken. Im Tropicana angekommen, erfuhr ich, dass meine Tropicana-Karte aus Atlantic City hier nicht zählte. Ich brauchte eine neue. Mit der Karte erhielt ich ein paar Gutscheine, ein Deck Karten und ein paar Slot-Freidollar. Da ich noch Zeit hatte, spielte ich an den Automaten und bekam nur einen Trostpreis in Form von einem T-Shirt und einer Tropicana-Mütze. Dann fragte ich, wo denn der Pokerraum sei. „Wir haben keinen mehr!“ war die Antwort. Hmmm … plöd. Was dann?! Ich nutzte meinen Gutschein für einen Hotdog und eine Cola für $2,50 und ging dann an den Blackjack-Tisch. Auch hier hatte ich zwei Gutscheine … als die aufgebraucht waren, wollte ich zum Luxor fahren. Ich nahm die Monorail, die aber erst mal durchfuhr zum Mandalay Bay. Dort sprang ich gleich in die nächste, die zum Glück am Luxor hielt. Der Pokerraum ist versteckt in einer Nische und man hat das Gefühl, dass er auch nur existent ist, weil man nun mal nen Pokerraum haben sollte. Sechs Tische in unangenehmer Atmosphäre, klebrige Chips und Turniere mit 1.000 Startchips …Was soll das denn? Ich spielte etwas Cashgame, verlor $75, da jeder Versuch, mitzuspielen von den All-ins der Betrunkenen am Tisch eingedämpft wurden und meine Hände zu schlecht zum Callen waren. Das Luxor ist direkt mit dem Excalibur verbunden, da beide zur MGM-Gruppe gehören (wie auch das Mandala Bay auf der gleichen Strecke). Ich spazierte also rüber und ging wieder zu den elektronischen Tischen. Ich kaufte mich für das 18-Uhr-Turnier ein, in dem ich zwei Tage zuvor gecasht hatte und spielte solange Cashgame. Am Tisch saßen zwei IntelliPoker-Mitglieder und scheinbar Freunde von xFlixx. Wir kamen ins Gespräch und ließen uns gemeinsam von ein paar verrückten Schweden auseinandernehmen. Ich verlor $190, bis das Turnier losging. Relativ schnell hatte ich Pocket-Könige und raiste kräftig. Ein Caller war mit dabei. Der Flop kam ![]()
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, mein Gegner ging all-in, da ich ihm absolut nicht glaubte, callte ich und präsentierte meine Könige. Er drehte ![]()
für ein geflopptes Full House um. Grrrrr! Ich machte keinen Rebuy und ging zurück zum Cashgame, wo mein Platz noch frei war. Ich machte $20 Dollar Gewinn, die ich direkt in ein Omaha Hi/Lo-Turnier investierte. Es waren auch wieder zwei Tische und ich schaffte es tatsächlich wieder unter die ersten vier. Wir teilten und jeder erhielt $165. Diese elektronischen Turniere scheinen mir zu liegen … bin halt doch ein Onlinekind, irgendwie. Ich fuhr mit der Monorail zurück und spielte das 23-Uhr-$65-Turnier im Sahara. Das lief leider nicht rund und ich ging ins Bett.
Teil 3 folgt in den nächsten Tagen …
Christin









